Wie vielleicht einige von euch in den Medien mitbekommen haben, gab es vor 2 Stunden einen Anschlag in Jerusalem. Zur Zeit ist die Situation noch unüberschaubar. Aber es ist klar, dass sich die Lage ändern wird, besonders wenn sich der Verdacht bewahrheitet, dass die Attentäter aus Ost-Jerusalem kamen. Eigentlich wollten wir heute Abend noch weggehen, aber wer feiert schon an solche einem Abend. Nachfolgend habe ich ein paar Links zu Berichten und Beiträgen angefügt.
Tote bei Anschlag auf jüdische Religionsschule in Jerusalem (www.tagesschau.de)
Eight killed in terrorist attack at J'lem yeshiva (www.haaretz.com)
'Terrorist fired 500-600 bullets before he was killed' (www.jpost.com)
Euer André
Ich werde vom 01. September 2007 bis 31. August 2008 in Jerusalem bei einer Friedensorganisation arbeiten. Mit diesem Blog möchte ich alle erreichen die sich über meine Tätigkeiten im Beit Ben Yehuda und im Beit Frankforter informieren möchten.
Donnerstag, 6. März 2008
Dienstag, 4. März 2008
Bin wieder zurück...
Die Überschrift ist in doppelter Bedeutung zu verstehen! Zum einen weil ich aus Ra'anana zurück bin, das Seminar über die Erfassung von Shoa Biographien und zum Anderen war ich zwischendurch 4 Tage in Ägypten.
Das Seminar war wie ich finde sehr gewinnbringend und ich meine wir werden auf „The RelationNet Project“ auch von ASF gesammelte Lebensgeschichten veröffentlichen. Ich hoffe mal, dass ich in den nächsten Wochen ein Lebensbild testweise online stellen kann.
Nach verrichteter Arbeit bzw. Seminar, habe ich meinen Besuch aus Dresden vom Flughafen abgeholt. In Person sind das Carsten, Sebastian, Alexander, Daniela und Christine. Mit Carsten und Sebastian habe ich letztes Jahr die Fachhochschulreife gemacht und die Beiden sind schon seit einem Semester kräftig dabei zu studieren. Freitag waren wir in Bethlehem und Samstag haben wir ein paar schöne Ecken in J’lem besucht, am Sonntag ging es dann für 4 Tage nach Ägypten. Früh um sechs Uhr sind wir zum Bahnhof, um mit dem Zug nach Beerscheba zu fahren. Dort sind wir dann mit dem Bus nach Mitzpe Ramon gefahren. Nachdem wir am Rande des Maktesh Ramon gepicknickt haben wollten wir dann mit dem Bus weiter nach Elat. Naja wir wollten! Alle Busse die kamen fuhren vorbei weil sie voll von Soldaten waren, somit sind wir dann wieder zurück nach Beerscheba gefahren, wo wir uns mehr Chancen auf einen Bus nach Elat ausrechneten.
Auch das sollte nicht so einfach sein. Nach der Erkenntnis, dass wir am Sonntag keinen Bus mehr bekommen, haben wir uns mit vier Israelis ein Sherut geteilt. Um 23:30 Uhr sind wir dann endlich an der Grenze nach Ägypten. Eine halbe Stunde dauert der Grenzübertritt worauf eine einstündige Taxifahrt nach Nuweiba folgte. Um drei Uhr liegen wir dann endlich in unseren so ersehnten Schilfhütten direkt am Roten Meer. Erst am nächsten Morgen erschließt sich uns die berauschende Schönheit unserer Umgebung.
Der Montag ist natürlich ein Tag der ganz im Zeichen des „Nichts Tuns“ seht. Nicht den ganzen Tag, den wir müssen manchmal etwas Essen und Baden gehen. Aber das tollste ist das Korallenriff direkt vor der Tür, 10 Meter zu Fuß und 10 Meter geschwommen und alles ist bunt unter den Füßen. So geht einer der ruhigsten Tage in meinem Leben zu Ende.
Am Dienstag sind wir dann früh aufgebrochen um den Mount Sinai zu besteigen. Das Camp am Fuße des Berges liegt auf 1000m und der Berg ist 2285m hoch. So galt es 1300m höhen Differenz zu überwinden. Ein beduinischer Guide begleitete uns beim Aufstieg und Abstieg. Hinauf haben wir ungefähr 3 Stunden gebraucht, rück zu ging es dann schneller.
Für den nächsten Tag war dann wieder ausruhen angesagt. Außer Carsten, wollte jeder ein wenig mit sich und seinem Muskelkater allein sein. Am Abend waren wir dann bei einem Beduinen zwei Strände weiter zum Essen eingeladen. Eigentlich hatte er in Kairo Geschichte studiert nur lies sich mit sowas in Ägypten nicht viel Geld verdienen. Darum vermietet er jetzt einfache Hütten an Touristen und betreibt ein kleines Restaurant mit seinem Freund. Irgendwie versteht man da gar nicht, dass wir hier auf einem der heiß umkämpftesten Gebiete der Welt unterwegs sind, so ruhig, still und schön.
Am nächsten Morgen sind wir sehr früh wieder Richtung Grenze aufgebrochen. Vorbei an goldenen Stränden und idyllischen Buchten. An der Grenze in Taba lassen wir das Hilten Hotel rechts liegen und reihen uns in die lange Schlange von Wartenden ein. Eine nigerianische Reisegruppe will die Grenze passieren, chaotisch wäre eindeutig untertrieben. Nach 2 Stunden verlassen wir das israelische Grenzterminal und nehmen den nächsten Bus Richtung Norden. In der Oase Ein Gedi am Toten Meer verlassen mich die fünf um zu wandern, ich fahre weiter nach Jerusalem. Allein im Bus unter ganz vielen Soldaten. Mir fällt auf wie stark die kulturellen Unterschiede sind, im Sinai haben wir insgesamt genau eine Frau gesehen, eine Einzige, verschleiert natürlich. Auf die Frage wo die Frauen seinen sagt uns der Taxifahrer:„Das ist doch nicht Europa!“. Und im Bus nach Jerusalem, hier sitze ich zwischen schwer bewaffneten weiblichen Soldaten! Ehrlich gesagt finde ich beide Frauenbilder mehr als beängstigend.
Euer André
Das Seminar war wie ich finde sehr gewinnbringend und ich meine wir werden auf „The RelationNet Project“ auch von ASF gesammelte Lebensgeschichten veröffentlichen. Ich hoffe mal, dass ich in den nächsten Wochen ein Lebensbild testweise online stellen kann.
Nach verrichteter Arbeit bzw. Seminar, habe ich meinen Besuch aus Dresden vom Flughafen abgeholt. In Person sind das Carsten, Sebastian, Alexander, Daniela und Christine. Mit Carsten und Sebastian habe ich letztes Jahr die Fachhochschulreife gemacht und die Beiden sind schon seit einem Semester kräftig dabei zu studieren. Freitag waren wir in Bethlehem und Samstag haben wir ein paar schöne Ecken in J’lem besucht, am Sonntag ging es dann für 4 Tage nach Ägypten. Früh um sechs Uhr sind wir zum Bahnhof, um mit dem Zug nach Beerscheba zu fahren. Dort sind wir dann mit dem Bus nach Mitzpe Ramon gefahren. Nachdem wir am Rande des Maktesh Ramon gepicknickt haben wollten wir dann mit dem Bus weiter nach Elat. Naja wir wollten! Alle Busse die kamen fuhren vorbei weil sie voll von Soldaten waren, somit sind wir dann wieder zurück nach Beerscheba gefahren, wo wir uns mehr Chancen auf einen Bus nach Elat ausrechneten.
Auch das sollte nicht so einfach sein. Nach der Erkenntnis, dass wir am Sonntag keinen Bus mehr bekommen, haben wir uns mit vier Israelis ein Sherut geteilt. Um 23:30 Uhr sind wir dann endlich an der Grenze nach Ägypten. Eine halbe Stunde dauert der Grenzübertritt worauf eine einstündige Taxifahrt nach Nuweiba folgte. Um drei Uhr liegen wir dann endlich in unseren so ersehnten Schilfhütten direkt am Roten Meer. Erst am nächsten Morgen erschließt sich uns die berauschende Schönheit unserer Umgebung.
Der Montag ist natürlich ein Tag der ganz im Zeichen des „Nichts Tuns“ seht. Nicht den ganzen Tag, den wir müssen manchmal etwas Essen und Baden gehen. Aber das tollste ist das Korallenriff direkt vor der Tür, 10 Meter zu Fuß und 10 Meter geschwommen und alles ist bunt unter den Füßen. So geht einer der ruhigsten Tage in meinem Leben zu Ende.
Am Dienstag sind wir dann früh aufgebrochen um den Mount Sinai zu besteigen. Das Camp am Fuße des Berges liegt auf 1000m und der Berg ist 2285m hoch. So galt es 1300m höhen Differenz zu überwinden. Ein beduinischer Guide begleitete uns beim Aufstieg und Abstieg. Hinauf haben wir ungefähr 3 Stunden gebraucht, rück zu ging es dann schneller.
Für den nächsten Tag war dann wieder ausruhen angesagt. Außer Carsten, wollte jeder ein wenig mit sich und seinem Muskelkater allein sein. Am Abend waren wir dann bei einem Beduinen zwei Strände weiter zum Essen eingeladen. Eigentlich hatte er in Kairo Geschichte studiert nur lies sich mit sowas in Ägypten nicht viel Geld verdienen. Darum vermietet er jetzt einfache Hütten an Touristen und betreibt ein kleines Restaurant mit seinem Freund. Irgendwie versteht man da gar nicht, dass wir hier auf einem der heiß umkämpftesten Gebiete der Welt unterwegs sind, so ruhig, still und schön.
Am nächsten Morgen sind wir sehr früh wieder Richtung Grenze aufgebrochen. Vorbei an goldenen Stränden und idyllischen Buchten. An der Grenze in Taba lassen wir das Hilten Hotel rechts liegen und reihen uns in die lange Schlange von Wartenden ein. Eine nigerianische Reisegruppe will die Grenze passieren, chaotisch wäre eindeutig untertrieben. Nach 2 Stunden verlassen wir das israelische Grenzterminal und nehmen den nächsten Bus Richtung Norden. In der Oase Ein Gedi am Toten Meer verlassen mich die fünf um zu wandern, ich fahre weiter nach Jerusalem. Allein im Bus unter ganz vielen Soldaten. Mir fällt auf wie stark die kulturellen Unterschiede sind, im Sinai haben wir insgesamt genau eine Frau gesehen, eine Einzige, verschleiert natürlich. Auf die Frage wo die Frauen seinen sagt uns der Taxifahrer:„Das ist doch nicht Europa!“. Und im Bus nach Jerusalem, hier sitze ich zwischen schwer bewaffneten weiblichen Soldaten! Ehrlich gesagt finde ich beide Frauenbilder mehr als beängstigend.
Euer André
Mittwoch, 20. Februar 2008
Biographien Vertriebener...
Morgen fahre ich nach רעננה (Ra'anana), das liegt in der Nähe von Tel Aviv. Ich nehme dort an einer Schulung für ein neues Internet Portal teil. Es geht darum die Geschichte von Shoa-Überlebenden
nicht nur zu archivieren, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sind die Biographien im System gespeichert, werden sie miteinander in Verbindung gebracht, so kann man sehen wer zum Beispiel erst mit dem Kindertransport nach Schottland gekommen ist und dann in Haifa landete. Es gibt viele ältere Menschen in Israel die wunderbar mit dem Internet umgehen können, gerade diese Leute sind die Zielgruppe, sie können alte - verloren geglaubte - Bekannte und Freunde wieder finden. Es wird auch einem PlugIn für GoogleEarth gearbeitet, um die Geschichte auf der virtuellen Karte abzubilden.
Euer André
nicht nur zu archivieren, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sind die Biographien im System gespeichert, werden sie miteinander in Verbindung gebracht, so kann man sehen wer zum Beispiel erst mit dem Kindertransport nach Schottland gekommen ist und dann in Haifa landete. Es gibt viele ältere Menschen in Israel die wunderbar mit dem Internet umgehen können, gerade diese Leute sind die Zielgruppe, sie können alte - verloren geglaubte - Bekannte und Freunde wieder finden. Es wird auch einem PlugIn für GoogleEarth gearbeitet, um die Geschichte auf der virtuellen Karte abzubilden.Ich bin auch deswegen gespannt weil dieses Seminar meinen erlernten Beruf und mein geschichtliches Interesse braucht. Wer mag kann sich auf „The RelationNet Project“ informieren, wovon ich da geschrieben habe. Ganz oben auf der Seite gibt es die Möglichkeit die Sprache (heb: שפה) auf Englisch zu ändern.
Dienstag, 19. Februar 2008
Mal wieder Schnee...
Einen wunderschönen Guten Morgen, es schneit mal wieder. Eigentlich müsste ich um Neun im Beit Frankfurter sein, doch macht das bei diesen Witterungen wenig Sinn. Darum habe ich bei Aiva, meiner Chefin dort, angerufen und gefragt ob überhaupt schon jemand da wäre, sie sagte ich bräuchte mir keine Sorgen machen hier wäre niemand und sie sei sich ziemlich sicher, dass da heute auch niemand mehr käme. Damit meinte sie die alten Leute die immer von dem hauseigenen Bus abgeholt werden. Wenn die Stadtverwaltung von J’lem den Busverkehr schließt, fährt dieser auch nicht. Ich sage ihr, falls sie mich bräuchte soll sie mich anrufen, ich wäre dann in einer halben Stunde da. Da ich normalerweise von 9 bis 12 Uhr im Beit Frankforter arbeite, bleibt also noch das Beit Ben Yehuda. Dort muss ich dann so gegen 12:30 Uhr sein. Heute natürlich zu Fuß. Aber erstmal leg ich mich wieder hin. Es sei wohl etwas Besonderes wenn es in J’lem scheint, aber zweimal in einem Winter, das sei ist außergewöhnlich.
Euer André
Freitag, 15. Februar 2008
"Das hat gerade ganz komisch gewackelt..."
Da sitze ich hier im Wohnzimmer auf dem Sofa. Plötzlich das Sofa wackelt... Erst denk ich 'wer rüttelt an der Couch', 'vielleicht die Waschmaschine; die läuft aber nicht' und erst danach ziehe ich es in betracht... Ein Erdbeben! Wie gesagt - nicht stark.
Haaretz meldet:
12:49 Earthquake hits northern, central Israel; no damage reported
Zur Erklärung:
Unter mir prallen Tektonische Platten aufeinander, namentlich die Eurasische und Arabische Platte. Der Graben der dabei entsteht ist Teil des Ostafrikanischen Grabensystems, welches sich über 6000 Kilometer von Syrien (um die Ecke) bis Sambesi (ganz weit weg) erstreckt. Scheinbar haben diese besagten Platten gerade ein wenig aneinander gerieben...
Aja und vor allem liebe Geburtstagsgrüße an meine Mutti und Kathrine, die haben nämlich heute Geburtstag!
Euer André
update: Es wird gerade gemeldet das es 5,3 auf der Richterskala waren und das Epizentrum im Süd Libanon lag. (Haaretz 13:48)
Mittwoch, 30. Januar 2008
Schnee in Jerusalem...
Samstag, 19. Januar 2008
Weihnachtsdepression, Eskalation und die Zusammenhänge…
Lange ist es her, dass ich etwas veröffentlicht habe.
Ich habe viel gearbeitet, war trotzdem viel unterwegs und habe viele interessante Leute getroffen. Und nicht zu vergessen - meine Schwester war mich besuchen. Die Menge an Beschäftigung hat mich aber nicht davon abgehalten in eine schwache bis mittelmäßige Weihnachtsdepression zu verfallen. An Weihnachten seine Familie nicht um sich zu haben ist das Eine, aber in einem Land zu leben wo gar kein Weihnachten gefeiert wird, noch etwas ganz Anderes. So langsam glaube ich mich aber wieder gefangen zu haben, was nicht zuletzt auch meiner Schwester geschuldet ist. Danke Jana.
Nun aber zum Kern der Sache, die gestrige Tagesschau hat mich dazu angehalten etwas zu schreiben. Nicht weil ich irgendeine Stellung beziehen kann oder will, sondern um zu zeigen in wie weit mich die neue (immerwährende) Eskalation der Gewalt in und um Gaza berührt. In den letzten drei Tagen sind weit über hundert Qassam-Raketen Richtung Israel abgefeuert worden. Worauf hin die IDF militärische Operationen im Gaza-Streifen durchgeführt hat. Hierbei starben 30 Palästinenser von denen ein Großteil Zivilisten waren. Nimmt man die Medien außen vor, bekommt man nichts davon mit, jedenfalls in Jerusalem. Nicht einmal die Sicherheitsmaßnahmen - sieht man vom Bush Besuch ab - sind signifikant angestiegen. Es sind Dinge wie die Anleitung zum Bau von Qassam-Raketen die ich in einem palästinensischen Laden in Bethlehem gefunden habe. Für 21 Schekel (3,80€) bekommt man ein DIN A4 großes Buch mit 200 Seiten indem auf Arabisch und mit vielen Illustrationen erklärt wird, was man zum Bau einer Qassam benötigt.
Oder die Tochter meiner Arbeitskollegin, sie absolviert gerade ihren dreijährigen (!) Militärdienst. Sie ist in Sderot stationiert. Der Ort auf den schon seit Monaten palästinensische Qassam-Raketen fliegen. Wenn ich am Abend etwas über Raketeneinschläge gehört habe, frage ich natürlich am nächsten Morgen wie es ihrer Tochter geht.
Oder der ecuadorianische Volontär der in einem Kibbuz nahe dem Gazastreifen von einem palästinensischen Scharfschützen erschossen wurde. Er hat andere Arbeit gemacht, kam aus einem anderen Land und war viel näher am Gazastreifen. Aber war er doch genauso ein Freiwilliger.
So wird der Konflikt auch für mich zu einer Sache die ständig im Bewusstsein ist. Und ich habe jetzt schon keine Lust auf die Leute in Deutschland die ganz genau wissen wie der Konflikt zu lösen ist.
Euer André
p.s. Schöne Geburtstagsgrüße an Seppel, Jörg und meine beiden Omas.
Nun aber zum Kern der Sache, die gestrige Tagesschau hat mich dazu angehalten etwas zu schreiben. Nicht weil ich irgendeine Stellung beziehen kann oder will, sondern um zu zeigen in wie weit mich die neue (immerwährende) Eskalation der Gewalt in und um Gaza berührt. In den letzten drei Tagen sind weit über hundert Qassam-Raketen Richtung Israel abgefeuert worden. Worauf hin die IDF militärische Operationen im Gaza-Streifen durchgeführt hat. Hierbei starben 30 Palästinenser von denen ein Großteil Zivilisten waren. Nimmt man die Medien außen vor, bekommt man nichts davon mit, jedenfalls in Jerusalem. Nicht einmal die Sicherheitsmaßnahmen - sieht man vom Bush Besuch ab - sind signifikant angestiegen. Es sind Dinge wie die Anleitung zum Bau von Qassam-Raketen die ich in einem palästinensischen Laden in Bethlehem gefunden habe. Für 21 Schekel (3,80€) bekommt man ein DIN A4 großes Buch mit 200 Seiten indem auf Arabisch und mit vielen Illustrationen erklärt wird, was man zum Bau einer Qassam benötigt.
Oder die Tochter meiner Arbeitskollegin, sie absolviert gerade ihren dreijährigen (!) Militärdienst. Sie ist in Sderot stationiert. Der Ort auf den schon seit Monaten palästinensische Qassam-Raketen fliegen. Wenn ich am Abend etwas über Raketeneinschläge gehört habe, frage ich natürlich am nächsten Morgen wie es ihrer Tochter geht.
Oder der ecuadorianische Volontär der in einem Kibbuz nahe dem Gazastreifen von einem palästinensischen Scharfschützen erschossen wurde. Er hat andere Arbeit gemacht, kam aus einem anderen Land und war viel näher am Gazastreifen. Aber war er doch genauso ein Freiwilliger.
So wird der Konflikt auch für mich zu einer Sache die ständig im Bewusstsein ist. Und ich habe jetzt schon keine Lust auf die Leute in Deutschland die ganz genau wissen wie der Konflikt zu lösen ist.
Euer André
p.s. Schöne Geburtstagsgrüße an Seppel, Jörg und meine beiden Omas.
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